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Kurz vor dem Erstflug: Der U-Can-Do 3D 46 wirkt sehr erwachsen und braucht sich keinesfalls vor größeren Maschinen zu verstecken.
Startvorbereitungen |
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Flugfeeling wie in alten Zeiten
Mit der Startkiste ausgerüstet geht es in den „Vorbereitungsraum“: Methanol-Kraftstoff auftanken, Hauptnadel drei Umdrehungen aufdrehen, Sprit ansaugen, Glüher ansetzen und Starter betätigen. Sofort springt der O.S. MAX 75 AX an. Eine Geräuschkulisse wie in alten Zeiten. Anwesende Vereinsmitglieder kennen den Sound schon gar nicht mehr. Wir geben sofort Vollgas und drehen die Hauptnadel immer weiter auf, bis der Motor „viertaktet“. Keine Angst: Der Motor dreht während des „Viertaktens“ nicht viel höher als im Leerlauf. Wichtig ist aber, den Auspuff durch einen Rückstandsabweiser zu verlängern, um anschließend nicht das ganze Öl am Modell kleben zu haben. Der Glüher muss dabei permanent angeschlossen bleiben, sonst geht der Motor aufgrund des „fetten“ Gemisches sofort aus.
Eine ganze Tankfüllung wird der Motor so erst einmal eingelaufen. Zig Fragen von den anwesenden Zuschauern müssen wir in der Zwischenzeit beantworten. Sofort werden wir als „Motorenkenner“ bezeichnet. Ja, wir haben die „Methanolerzeit“ nicht verlernt. Es macht richtig viel Spaß, etwas „Oldtimer-Feeling“ mitzubringen und die Gäste mit dem Geruch aus verbranntem Öl regelrecht anzustecken.
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Hoover-Manöver gelingen wie von selbst: Einfach gegen den Wind anfliegen und mit kurzen Gasstößen bei leicht gezogenem Höhenruder über Grund halten.
Abgehoben |
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Bei der zweiten und dritten Tankfüllung verfahren wir ähnlich. Nur jetzt wird die Hauptnadel soweit zugedreht, sodass der Motor auf seiner „fettesten“ Seite ohne Glüher läuft. Ein paar Gasstöße immer einmal wieder geben, um den Abrieb heraus zu spülen.
Nach der dritten Tankfüllung wird der Motor immer noch auf seiner „fetten Seite“ zum Fliegen eingestellt. Schon beim Start des U-Can-Do 3D 46 zeigt sich: Wir haben es mit einem waschechten Funflyer zu tun. Ein paar kurze Platzüberflüge zum Austrimmen und dann geht es los. Vom gemütlichen Rückenflug mit so gut wie keinem Tiefenruderausschlag zieht das Modell seine Bahnen. Kubanische Achten machen riesigen Spaß, senkrechte Steigflüge sind absolut sehenswert.
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Rückenflüge gelingen spielerisch einfach mit wenig Tiefenruder-Ausschlag.
Im Rücken muss man (kaum) drücken |
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Das Modell zieht mit einem wahnsinnigen Sound grenzenlos wie eine Rakete gen Himmel. Die montierte 13 x 7 APC Luftschraube beschleunigt der zuverlässig laufende Methanoler schlagartig auf rund 9000 Touren - eine Laufkultur wie bei O.S. üblich. Allerdings stimmt der Seitenzug am Modell noch nicht ganz und ist eindeutig zu wenig. Zunächst beheben wir diesen kleinen Umstand mit einer kleinen Seitenruder-rechts-Trimmung. Quadratische Loopings sind der Hit: Das Modell bietet eine absolute Performance auch bei sehr hart geflogenen Radien, ohne über die Fläche abzukippen. Messerflüge gelingen ohne Mischer oder Nachkorrekturen spielerisch einfach: Einfach Seitenruder festhalten - das ist alles. Der U-Can-Do 3D 46 verhält sich bei verkleinerten Ruderausschlägen so einfach wie ein Trainer. Die Fluglage ist dank des - typisch amerikanisch - bunten Designs wunderbar zu erkennen.
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Beim Landeanflug reicht Schleppgas völlig aus: Der U-Can-Do kann extrem langsam geflogen werden, ohne gefährlich über die Fläche abzukippen.
Auf zur gemütlichen Landung |
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Nach rund sieben Minuten Powerflug ohne Leistungsverlust setzen wir zur Landung an. Wie auch zu damaligen Zeiten probieren wir auch gleich die „Motor-Aus-Landung“ aus: Absichtlich Motor abstellen und Modell hereingleiten lassen. Wie ein welkes Blatt kommt der U-Can-Do hineingeschwebt. Ein Abkippen über eine Flächenhälfte scheint ihm fremd zu sein - so wollen wir das.
Mit viel Applaus und einem Strahlen im Gesicht tragen wir das Modell zurück in den Vorbereitungsraum. So viel Öl klebt ja nun wirklich nicht am Modell, wie viele vielleicht denken werden. Ca. 200 ml hat der U-Can-Do 3D 46 während seines Jungfernflugs verbraucht. Sehr wenig, wie wir finden.
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Auch Anfänger werden ihren Spaß haben: Dank der sehr geringen Flächenbelastung gelingen platzierte Überflüge in Zeitlupe.
Auf zur nächsten Runde |
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Und während noch die anderen Piloten fleißig am Laden ihrer Akkus sind, haben wir auch schon den zweiten Trainingsflug mit dem U-Can-Do 3D 46 erfolgreich absolviert. Die Zeiten des Wartens während der Trainingsflüge sind vorbei und der Methanol-Antrieb erlebt auch bei uns wieder eine neue Renaissance. Berechnet man vor allem die Akkukosten, so fährt bzw. fliegt man mit einem Methanol-Antrieb sicherlich noch am besten, wenn man mehr als fünf Trainingsflüge pro Tag absolvieren möchte. Einziger Nachteil: Der Flugplatz ist durch die längeren Trainingszeiten öfter „besetzt“, sodass Elektroflieger definitiv warten müssen.
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